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Kiel, 20.12.2015 

ERWIDERUNG zu den Vorwürfen des

Grünen Kreisverbandes gegen unseren

Vorsitzenden Dr. Mathias Werner

                                                                                                  

Sehr geehrter Herr Michel, 

Sie werden in der Samstagsausgabe der Kieler Nachrichten mit dem Vorwurf an meine Person zitiert, dass ich mit „stark vereinfachenden Darstellungen eine einfache, konfliktfreie Lösung für den Klimawandel suggeriere“ und mit „persönlichen Diffamierungen vom Kern der Diskussion ablenken“ wolle. 

Ich möchte hierzu folgendes erwidern: 

  1. Ich bin mir der Komplexität dieses Themas mehr als bewusst. Seit mehr als 7 Monaten setzen wir uns in vielen Diskussionen, auch mit Ihrer Grünen-Ratsfraktion, sachlich mit den Schwächen der Energiewende, der Windkraft an sich und insbesondere der speziellen Situation hier vor Ort auseinander. Dies können Sie alles auch unserer laufend aktualisierten Internetseite bis ins Detail entnehmen. 
  2. Angesichts von zugestandenen 5 Minuten Redezeit plus 30 Sekunden Antwortzeit für eine Frage, die in Richtung Lösung des Klimawandels zielte, von mir - neben der notwendigen Kritik am Verfahrensablauf in diesem Projekt! - eine tiefschürfende Lösung des Problems aufgezeigt zu bekommen, halte ich für unmöglich. Die Politik und Experten der ganzen Welt diskutieren dies Thema seit Jahrzehnten, ohne bisher eine praktikable Gesamtlösung erarbeitet zu haben. 
  3. Die Person des Kieler Bürgermeisters ist aus unserer Sicht zwar untrennbar mit der Initiierung, dem Vorantrieb und der Durchführung des Verfahrens zum Kieler Windpark verbunden. Ich möchte aber betonen, dass wir nicht die Person, sondern das Vorgehen in diesem Verfahren in den Mittelpunkt unserer berechtigten Kritik stellen. Nach Aktenlage ist an wesentlichen Punkten des Verfahrensablaufes ein Vorgehensmuster erkennbar, dass wir auf das Schärfste kritisieren.   
  4. Der Vorwurf, von der sachlichen Diskussion ablenken zu wollen, entbehrt jeder Grundlage. Ein Blick auf unsere Internetseite genügt hierzu. 
  5. Wir haben seit Anfang an Alternativen für Kiels Energiewende, insbesondere auch in der Nutzung der Windkraft, zur Diskussion in den Raum gestellt. Alleine die Errichtung des neuen Gasheizkraftwerkes auf dem Ostufer bringt Kiel angesichts der Übererfüllung aller Klima/CO2-Ziele auf einen Schlag (!) in die äußerst komfortable Situation, mit Ruhe und Vernunft über weitere Projekte auf Kieler Stadtgebiet zu reflektieren. Der Windpark ist mit 0,8% Anteil am gesamten Kieler Energieverbrauch eben kein wichtiger und notwendiger Beitrag für Kiels Energiewende. Und der Strom landet hierbei auch noch nicht mal in Kiels Haushalten. Daher stehen die mit dem Windpark verursachten Kollateralschäden hier im Kieler Süden in keinem Verhältnis zum minimalen Nutzen für Kiels Bürger. Da hilft es auch nicht, für 1,2 Mio. EUR Ausgleichsflächen im östlichen Hügelland zu nutzen und mit Bäumen zu bepflanzen.

 Für eine offene und sachliche Diskussion stehen ich und der gesamte Vorstand der Bürgerinitiative WindVernunft Kiel e.V. weiterhin zur Verfügung. 

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Mathias Werner

 Vorstand Bürgerinitiative WindVernunft Kiel e.V.