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4.      Es wird Strom für 15.000 Kieler Haushalte produziert.

 Wir haben auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen nachgerechnet und kommen für Kiel auf nur 6.000 Haushalte.

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Die schön klingende Aussage mit 15.000 Haushalten halten wir für höchst fragwürdig und nachweispflichtig durch den Betreiber. Wir haben folgende Rechnung aufgestellt:

 Die Betreiber wollen 55 Mio. Kilowattstunden Strom im Jahr produzieren, die bei einem durchschnittlichen Haushaltsverbrauch von ca. 3700 kWh ca. für 15.000 Kieler Haushalte reicht: 3700 kWh x 15.000 = 55.000.000 kWh

Die folgende Graphik zeigt die Leistungskurve der geplanten Windkraftanlagen (Nordex 131 / 3,0 Megawatt Leistung max.) im Kieler Windpark.

Nordex-Leistungskurve.png

Erst ab Windstärke 6 (in Beaufort), also bei 11 m/sec, wird die Nennleistung von 3,0 kW erreicht und ab Windgeschwindigkeiten über 20 m/sec werden die Windkraftanlagen (WKAs) aus Sicherheits­gründen schon wieder abgeschaltet. Um die erzeugte Strommenge einer WKA zu berechnen, summiert man alle Betriebs­stunden eines Jahres zu den sogenannten Volllaststunden auf. Würde eine WKA das ganze Jahr über seine Nennleistung abgeben, wären dies 8760 Stunden (365 Tage x 24h). In Schleswig-Holstein beträgt der tatsächliche, durchschnittliche Wert der Volllaststunden für alle WKAs nach Angaben des Bundesverbandes Windenergie 2.600 Stunden. Da hier auch die zahlreichen Standorte an der Westküste mit in die Berechnung eingehen, ist dieser Wert für den geplanten Standort eher zu hoch angesetzt. Selbst mit diesem tendenziell zu hohem Wert ergibt sich für die Jahresleistung der 5 WKAs ein Wert von nur  39.000.000 kWh (5 x 3,0 kW x 2600 h). Beim Transport und der Transformationen entstehen geringe Verluste (5%), so dass ca. 37.000.000 kWh bei den Verbrauchern ankommen. Bei einem 3700 kWh-Verbrauch eines Haushaltes reicht dies bestenfalls für nur 10.000 Haushalte. Eine Verfehlung von kräftigen 33%. Bedenkt man dann noch, dass zwei der fünf Anlagen in Flintbek betrieben werden und wir den Flintbekern natürlich auch ihren eigenen Strom gönnen, kommt man auf nur 6.000 Kieler Haushalte, die theoretisch mit Strom versorgt werden könnten.

Wir fordern, dass der Betreiber hier mit einem unabhängigen Erzeugungsgutachten sein Leistungsversprechen zweifelsfrei belegt. Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung haben wir im Zuge der Akteneinsichtsforderung erneut bereits angemahnt.