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10. Es gibt keine Immobilienwertverluste durch den Kieler Windpark

 Nicht nur die Besonderheiten des Kieler Windindustrieparks sprechen eindeutig für erhebliche Belastungen der Immobilienbesitzer in der betroffenen Umgebung

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Es gibt unzählige konkrete Beispiele, die genau dieses von der Windkraftindustrie standardmäßig vorgebrachte Pauschalargument widerlegen. Betreiber verweisen zwar immer wieder gerne auf entsprechende Studien zu diesem Thema hin. Diese sind allerdings in ihrer Übertragbarkeit auf den Kieler Windpark als höchst fragwürdig einzustufen.

 Eine häufig zitierte Langzeitstudie aus Aachen zeigt beispielsweise, dass der dortige Windindustriepark die Immobilienpreise nicht negativ beeinflusst hätte. Auch ohne die Tatsache, dass man dies nicht ganz zweifelsfrei belegen konnte, lohnt sich ein etwas detaillierterer Vergleich zum Kieler Windindustriepark. So sind in der Aachener Studie die Immobilienpreiseinflüsse von Windkraftanlagen im Zeitraum von 2000-2010 analysiert worden. Dieser und andere ähnliche Vergleiche hinken aus mehreren Gründen oft erheblich, hier z.B.:

  a. Die untersuchten Windräder hatten nur eine Höhe von 100 Metern und dürften daher optisch weit weniger bedrängend gewirkt haben als die bei uns geplanten und weithin sichtbaren 200m-Megaturbinen auf 50 Meter über Null.

  b. Das Thema Infraschall als unkalkulierbarer Unsicherheitsfaktor für den Immobilienbesitzer war in diesem Zeitraum noch längst keines. Dieser Aspekt ist erst in der letzten Zeit einer breiten Masse von Bürgern über die Medien bekannt gemacht worden.

  c. Überhaupt hat die Windkraft in den letzten Jahren zunehmend die Unterstützung in der Bevölkerung verloren, was die Akzeptanz von Windindustrieparks in Wohnnähe weiter sinken lässt. Eine zu Recht immer kritischer werdende Berichterstattung in den Medien und über 500 Bürgerinitiativen in Deutschland zeigen Wirkung.

  d. Immobilienpreise sind das Ergebnis von Angebot und Nachfrage. Seit einigen Jahren haben wir einen Immobilienboom, auch hier in Kiel. Doch jeder Boom ist endlich, auch dieser wird definitiv enden. Entscheidend ist insofern nicht, wie stark die Nachfrage zurzeit ist, sondern wie sie zu einem individuell relevanten Zeitpunkt in der Zukunft sein wird. Es gehört nicht viel Fantasie dazu, für welche Immobilie sich dann ein Käufer entscheiden wird, wenn er zukünftig die Wahl zwischen einer vergleichbaren Immobilie in Meimersdorf /Molfsee oder z.B. Suchsdorf/Kronshagen hat.

 Dieser Windindustriepark ist ein klarer Malus für die Immobilien hier in der Umgebung. Auch im Immobiliengeschäft gilt die alte Weisheit, dass alleine schon Unsicherheit über die Werthaltigkeit von Anlagen zu Preisabschlägen führt. Realistische Wertverluste betroffener Immobilien hier im Kieler Süden zwischen 10 bis 50% je nach Lage und Entfernung vom Windindustriepark dürften niemanden überraschen. Was im Übrigen, wenn der Infraschall als ernsthafte Gesundheitsgefahr auch in Deutschland zweifelsfrei anerkannt wird?

Anders herum gefragt: Wenn die Stadt oder der Betreiber so felsenfest von der Wertstabilität der hiesigen Immobilien hier ausgehen, dann sollte es ja eigentlich kein Problem sein, für den Immobilienbestand eine offizielle Wertgarantie zu geben und windparkbedingte Verluste auszugleichen...?! Natürlich darf man sich dann nicht an vorsichtigen Immobilienmaklern orientieren, die die Vermittlung von Häusern in der Nähe eines Windindustrieparks aus Angst vor unkalkulierbaren Regressionsansprüchen der Käufer grundsätzlich ablehnen...